Abmahnradar: Die häufigsten Abmahngründe im letzten Quartal

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Auch wenn Sie sich Mühe geben, eine kleine Unachtsamkeit und schon flattert eine Abmahnung ins Haus. Dies ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch mit erheblichen Kosten verbunden sein. Häufig ähneln sich die Abmahngründe, gerade einschlägige Verbände konzentrieren sich gerne auf einige wenige Themen. Wir möchten Ihnen daher aufzeigen, zu welchen Themen wir im letzten Quartal am häufigsten Abmahnungen in den Händen gehalten haben - damit Ihr Shop nicht der nächste ist.

1. Garantiewerbung

Garantien locken Kunden - und leider auch Abmahner. Seit 2014 gibt es die Pflicht, ggf. über das Bestehen und die Bedingungen von Garantien zu informieren.

Eine der häufigsten Abmahnungen bei ebay betrifft aber die Werbung mit Garantien, ohne dass über deren Bedingungen informiert wird. Immer wieder finden sich in der Produktbeschreibung Aussagen wie "3 Jahre Herstellergarantie", ohne dass weitere Angaben getätigt werden. Aber auch Online-Shops werden abgemahnt.

Zwar trifft Online-Händler grundsätzlich eine Pflicht, über bestehende Garantien zu informieren, Abmahnungen beziehen sich aber regelmäßig auf eine Werbung mit einer solchen ohne entsprechende Garantiebedingungen. Achten Sie darauf, korrekt über die Garantiebedingungen zu informieren.

Mehr zur korrekten Information über Garantien erfahren Sie in diesem Rechtstipp der Woche.

2. Verwendung von Fotos ohne Nutzungsrechte

Schöne Produktfotos sind ein aufwendiges Unterfangen - dennoch sollten Sie keine aus dem Netz kopierten Bilder für Ihren Shop verwenden. Jedes Foto ist als Lichtbild i.S.d. § 72 UrhG urheberrechtlich geschützt - unabhängig davon, ob es besonders künstlerisch gestaltet ist oder nicht. Auch ein simpel gestaltetes Foto eines Kugelschreibers ist urheberrechtlich geschützt.

Wenn Sie daher Fotos von Dritten verwenden, lassen Sie sich die entsprechenden Nutzungsrechte einräumen um kostspielige Abmahnungen zu vermeiden. Sollten Sie Fotos von Stockfoto-Plattformen wie z.B. Fotolia oder Shutterstock nutzen, achten Sie genau darauf, welche Bedingungen die Plattform für die Lizensierung des Bildes und insbesondere hinsichtlich der Quellenangabe vorsieht.

3. Fehlende Grundpreise

Ob Superkleber, Tee oder Energydrink: Wenn Sie Produkte in Fertigpackungen, offenen Packungen oder als Verkaufseinheiten ohne Umhüllung nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche anbieten, müssen Sie Grundpreise angeben. Der Grundpreis ist der Preis je Mengeneinheit, also z.B. 1 kg, 1 l etc. Bei Produkten mit weniger als 250 g oder ml darf auch ein Grundpreis von 100 g oder ml verwendet werden.

Beispiel:
Packung Kaffee mit 0,8 kg
 9,99 € (12,49 € / 1 kg)

Wichtig: Der Grundpreis ist bereits dann anzugeben, wenn für das Produkt unter der Angabe von Preisen geworben wird. Dies bedeutet, dass Sie auch auf Übersichtsseiten Ihres Shops einen Grundpreis angeben müssen, wenn Sie dort Preise nennen.

Wenn Sie grundpreispflichtige Waren anbieten, achten Sie daher auf korrekt berechnete Grundpreise mit der richtigen Bezugsgröße. Mehr zur Angabe des Grundpreises erfahren Sie hier.

Unser Tipp

Auch in der Urlaubszeit drohen Abmahnungen. Halten Sie daher nicht nur Ihren Online-Shop auf dem Laufenden, sondern auch Ihre gewerblichen Auftritte auf anderen Verkaufsplattformen wie z.B. ebay oder Amazon. Wenn Sie abgemahnt werden, ist es wichtig, unverzüglich zu reagieren. Hier kommt es auf Tage an: In Abmahnungen werden knappe Fristen gesetzt, welche Sie nicht untätig verstreichen lassen sollten.

Wenn Sie mit Ihrer Abmahnung nicht alleine dastehen wollen, werfen Sie einen Blick auf unseren Abmahnschutz Premium:

 

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Über die Autorin


Madeleine Pilous ist Master of Laws (LL.M.) und als Legal Consultant bei der Trusted Shops GmbH tätig. Im Rahmen ihrer Tätigkeit betreute sie den Audit-Prozess deutscher und österreichischer Key Accounts und setzt sich seit vielen Jahren intensiv mit den für Online-Shops relevanten Rechtsgebieten, insbesondere dem Fernabsatz- und E-Commerce-Recht auseinander. Sie ist Blog-Autorin, an größeren Beratungsprojekten v.a. zum Bestellprozess-Relaunch von Online-Shops beteiligt und betreut die Trusted Shops Abmahnschutzpakete.

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