Textilkennzeichnung: Die größten Stolperfallen

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Sei es nun der schicke Mantel aus der Online-Boutique, das Sofa aus dem Möbelversand, die Schürze aus dem Grillbedarf oder der Blaumann für den Handwerker – auch viele Online-Shops, die nicht primär Kleidung vertreiben, verkaufen dennoch Produkte, die der TextilkennzeichnungsVO unterliegen. Daher ist es für fast jeden Händler relevant, sich mit den geltenden Kennzeichnungsvorschriften auseinanderzusetzen, um sich keiner Abmahngefahr auszusetzen. Wir haben die wichtigsten Regeln und Gerichtsurteile für Sie zusammengestellt. 

Die EU-Verordnung

Die Verordnung 1007/2011 ist eine in der gesamten EU geltende Verordnung, welche die Bezeichnungen von Textilfasern und die Kennzeichnung von Textilerzeugnissen regelt (TextilkennzeichnungsVO). Anders als Richtlinien (wie z.B. die EU-Verbraucherrechterichtlinie, welche das Fernabsatzrecht novellierte) gelten Verordnungen unmittelbar und müssen nicht in nationales Recht umgesetzt werden.

Die TextilkennzeichnungsVO betrifft neben Kleidung auch viele andere Textilerzeugnisse, etwa Teppiche oder das Bezugsmaterial für Möbel, Regen- und Sonnenschirme mit einem Gewichtsanteil an Textilkomponenten von mindestens 80 %. 

Die richtige Textilkennzeichnung Step-by-Step

1. Woraus besteht das Produkt?

Besteht das Produkt aus ausschließlich einer Faser, darf es den Zusatz „100 %“, „rein“ oder „ganz“ tragen, also z.B.

100 % Baumwolle

Besteht ein Produkt hingegen aus mehreren unterschiedlichen Fasern, handelt es sich um ein sog. Multifaser-Textilerzeugnis. Hier sind die enthaltenen Fasern absteigend nach ihrem Anteil am Gesamtgewicht unter Nennung des jeweiligen Gewichtsanteiles anzugeben. Dabei gilt es insbesondere, auf die korrekte Reihenfolge zu achten. Die Angabe hat in Prozent zu erfolgen.

Besteht ein Shirt zu 3/4 aus Baumwolle und zu 1/4 aus Polyester, gestaltet sich die Textilkennzeichnung damit wie folgt:

75 % Baumwolle
25 % Polyester

Bei Mehrkomponenten-Textilerzeugnissen, d.h. Textilerzeugnisse, die aus mehreren Komponenten bestehen, von denen nicht alle denselben Textilfasergehalt haben, ist der Textilgehalt für jede Komponente zu nennen. Besteht ein Sakko aus einem Ober- und einem hiervon abweichenden Futterstoff, wäre eine korrekte Kennzeichnung:

Oberstoff: 100 % Schurwolle
Futterstoff: 100 % Viskose 

2. Richtige Bezeichnung verwenden!

Für die Beschreibung der Faserzusammensetzung dürfen nur die im Anhang 1 der Verordnung genannten Bezeichnungen verwendet werden! Eigenkreationen, Abkürzungen oder Ergänzungen sind nicht möglich und regelmäßig abmahngefärhrdet. So darf Baumwolle nicht mit „BW“ abgekürzt werden und die Verwendung von „Acryl“ statt „Polyacryl“ stellt einen abmahnfähigen Verstoß gegen die TextilkennzeichnungsVO dar (OLG München, Urteil v. 20.10.2016, 6 U 2046/16). Und auch wenn die englische Schreibweise „Cashmere“ gerne für Werbezwecke genutzt wird, ist für die Textilkennzeichnung „Kaschmir“ zu wenden.

Auch auf weitere Ergänzungen wie z.B. „Bio-Baumwolle“ sollte im Rahmen der Angaben zur Faserzusammensetzung verzichtet werden

Da der Begriff „Merinowolle“ nicht Teil des Anhangs ist, wäre dies ebenfalls keine ausreichende Kennzeichnung. Stattdessen ist hier die Begrifflichkeit „Wolle“ zu nutzen, allerdings darf die Rasse des Schafes getrennt von der Kennzeichnung angegeben werden, z.B.:

100 % Wolle    (Merinowolle)

Die reine Nennung eines Markennamens ist hier ebenfalls nicht ausreichend. Daher stellen z.B. „Lycra“ oder „Spandex“ keine zulässigen Angaben zur Faserkennzeichnung dar. Allerdings dürfen nach Art. 16 Abs. 2 TextilkennzeichnungsVO Markenzeichen der Textilfaserzusammensetzung unmittelbar voran- oder nachgestellt werden. Möglich wäre damit:

100 % Elasthan Lycra ® 

3. Wo platziere ich den Hinweis?

Nach Art. 16 Abs. 1 TextilkennzeichnungsVO muss die Kennzeichnung „leicht lesbar, sichtbar und deutlich erkennbar“ sein. Eine leichte Lesbarkeit ist dann  gegeben, wenn die Kennzeichnung sowohl von der Schriftgröße als auch vom Schriftbild ohne weiteres gelesen werden kann. Im Online-Handel sollte die Textilkennzeichnung direkt auf der jeweiligen Produktdetailseite angegeben und nicht unter einem allgemeinen Link wie z.B. „Details“ platziert werden. Auch darf die Textilkennzeichnung nicht in einem Fließtext „versteckt“ werden. Diese Informationen müssen für Verbraucher vor dem Kauf deutlich sichtbar sein, d.h. wenn der Verbraucher erst mit Erhalt der Ware deren Zusammensetzung erfährt, ist dies nicht ausreichend. 

Keine Regel ohne Ausnahmen

Anhang V der TextilkennzeichnungsVO enthält eine Auflistung mit 42 Textilerzeugnissen, die von einer Kennzeichnungspflicht befreit sind. Darunter fallen u.a. Topflappen, Kosmetiktäschchen, Spielzeug, Fahnen und Second-Hand-Ware.

Textilerzeugnisse können allerdings nicht bereits durch die bloße Zuordnung zu einer Verkaufskategorie auf einer Plattform von der Textilkennzeichnung ausgenommen werden. Dies entschied das LG Frankfurt zu Stoffhandschuhen, welche ein Händler als „Party-Zubehör“ auf einer Plattform unter der Rubrik Spielzeug anbot (LG Frankfurt am Main, Urteil v. 14.06.12, 2 - 03 O 183/12). Sowohl die Tatsache, dass diese über längere Zeit auf einer nicht zu vernachlässigenden Hautfläche getragen werden als auch der Verkauf in Erwachsenengrößen spreche gegen eine Einordnung als Spielzeug, sodass hier die Textilkennzeichnungspflicht greife. 

Fehler sind abmahngefährdet!

Bei der Textilkennzeichnungsverordnung handelt es sich um eine Marktverhaltensregelung im Interesse der Marktteilnehmer, sodass Verstöße hiergegen abgemahnt werden können.Auch Amazonwurde vom LG Köln (Urt. v. 6.11.2014, 31 O 512/13) bereits wegen fehlender Textilkennzeichnung verurteilt. Das Unternehmen hatte selbst Damenblusen verkauft ohne die vorgeschriebenen Angaben zur Textilkennzeichnung zu machen.

Übrigens: Anders als viele andere Vorschriften gilt die Pflicht zur Textilkennzeichnung auch im B2B-Bereich! 

Unser TIPP

Die Textilkennzeichnung ist strikt geregelt und lässt keinen Raum für Kreativität. Auch wenn es eher eine trockene Materie darstellt, sollten Online-Händler einen Blick in die Textilkennzeichnungsverordnung werfen und überprüfen, ob Ihre Angebote den gesetzlichen Anforderungen genügen. Insbesondere sollte stets auf den Wortlaut der Verordnunggeachtet werden - Eigenkreationen sind hier fehl am Platz.

 

Über die Autorin


Madeleine Pilous ist Master of Laws (LL.M.) und als Legal Consultant bei der Trusted Shops GmbH tätig. Im Rahmen ihrer Tätigkeit betreute sie den Audit-Prozess deutscher und österreichischer Key Accounts und setzt sich seit vielen Jahren intensiv mit den für Online-Shops relevanten Rechtsgebieten, insbesondere dem Fernabsatz- und E-Commerce-Recht auseinander. Sie ist Blog-Autorin, an größeren Beratungsprojekten v.a. zum Bestellprozess-Relaunch von Online-Shops beteiligt und betreut die Trusted Shops Abmahnschutzpakete.

 

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Kommentare

eine Frage: Was schreibe ich denn dann, wenn mein Produkt aus 100% Bio-Baumwolle besteht?

Von B. Kinne | 19.02.2019 18:20

Hallo B.Kinne, die Bezeichnung „Baumwolle“ findet sich in Nr. 5 Anhang I Tabelle 1 VO 1007/2011. Bei der Angabe „Bio-Baumwolle“ dies jedoch nicht der Fall. Wie bereits im obigen Beitrag geschrieben, sollte daher im Rahmen der Angaben zur Faserzusammensetzung auf diese Formulierung verzichtet werden. Dies dürfte nur als zusätzliche Angaben getrennt von den Materialangaben aufgeführt werden, Art. 16 Abs. 2 UAbs. 3 VO 1007/2011. Viele Grüße, M. Winter

Von Madeleine Winter | 20.02.2019 16:04

Hallo, ich habe eine Frage:
Ich habe einen Artikel, bei welchem zu 5% Latex verwendet wurde. Gilt Latex nun als ein Textilerzeugnis. Wie kann ich dieses Kennzeichen, streng genommen, handelt es sich bei Latex ja um Kautschuk, welcher allerdings nicht im Anhang der Textilkennzeichnungsverordnung aufzufinden ist.

Besten Dank Schonmal :)

Von Valentin Schober | 20.03.2019 23:38

Hallo Herr Schober, vielen Dank für Ihre Nachricht. Auf den ersten Blick erscheint es denkbar, hier als Faserbezeichnung die Nr. 42 des Anhangs I Tabelle 1 der VO 1007/2011 zu verwenden. „Elastodien“ bezeichnet eine „Elastische Faser, die aus natürlichem oder synthetischem Polyisopren besteht, entweder aus einem oder mehreren polymerisierten Dienen, mit oder ohne einem oder mehreren Vinylmonomeren, und die, unter Einwirkung einer Zugkraft um die dreifache ursprüngliche Länge gedehnt, nach Entlastung sofort wieder nahezu in ihre Ausgangslage zurückkehrt.“ Ob sich Latex allerdings tatsächlich hierdrunter fassen lässt, bedarf einer tiefergehenden Betrachtung, die im Rahmen dieses Blogs leider nicht möglich ist. Viele Grüße, Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 28.03.2019 15:57

Hallo und Guten Tag,
ich habe eine Frage.
Bei Artikeln aus 95%Bambus + 5% Spandex, z.B. Socken oder Slips; kann ich diese Bezeichnung wie sie auch vom Hersteller aufgedruckt ist, so benutzen ?
Danke !

Von D.Martin | 29.03.2019 12:59

Hallo D. Martin, weder Bambus noch Spandex sind Faserbezeichnungen nach der TextilkennzeichnungsVO. Viele Grüße, Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 01.04.2019 10:10

Hallo, muss auf dem Etikett nich etwas stehen? Also die Faserkennzeichung . Waschsymbole sind ja freiwillig . Aber muss das Logo oder Adresse da stehen ?
Viele Grüße Laura

Von Laura | 03.04.2019 22:08

Gibt es neben der Textilkennzeichnungspflicht auch eine
Pflicht zur Kennzeichnung von Lederbekleidung?

Von Burkhard Eibel | 08.04.2019 15:56

Hallo Herr Eibel, Leder ist keine Textilfaser im Sinen der TextilkennzeichnungsVO. Allerdings bestimmt die VO, dass nichttextile Teile tierischen Ursprungs in Textilerzeugnissen unter Verwendung des Hinweises „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ bei der Etikettierung oder Kennzeichnung von Erzeugnissen, die solche Teile enthalten, anzugeben sind. Beste Grüße, Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 10.04.2019 08:44

Hallo, eine Frage. Immer mehr Anbieter von Textilien (T-Shirts, Hoodies etc.) bieten Tear off-Label an - also Label, welche man raus reißen kann, um z.B. eine eigene Marke aufzubauen. Das Produkt ist durch den entsprechende Aufdruck klar der neuen Marke zuzuordnen. Der Kunde kauft dieses in einer Boutique oder im Shop der Marke. Muß trotzdem die komplette Textilkennzeichnung erfolgen?

Von Michael Peschel | 22.05.2019 12:38

Hallo Herr Peschel, die Textilkennzeichnung ist auch anzugeben, wenn ein Produkt neu gebranded wurde. VG, Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 23.05.2019 11:35

Guten Tag,
muss man denn jetzt auf dem Etikett auch die Firmenanschrift unterbringen oder riecht das Logo und die Faserzusammensetzung?

Herzliche Grüße und Danke
Alexander Mack

Von Alexander Mack | 17.09.2019 17:44

Hallo Herr Mack, die TextilkennzeichnungsVO regelt die Bezeichnung und Kennzeichnung von Textilerzeugnissen. Die Regelungen beschränken sich daher weitgehend auf die Faserzusammensetzung von Textilerzeugnissen. Jedoch gilt neben der TextilkennzeichnungsVO auch das Produktsicherheitsgesetz. Aus § 6 I Nr. 2 ProdSG geht hervor, dass Name und Kontaktanschrift des Herstellers auf dem Produkt anzubringen sind. Das Logo allein ist in einem solchen Fall nicht ausreichend. Viele Grüße, Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 23.09.2019 10:13

Super Artikel, nun eine Frage kann man die Textilzusammensetzung auch als normales Ettikett anbringen oder muss das angenäht sein?

Von Carina | 20.10.2019 19:02

Hallo Carina, vielen Dank für Ihren Kommentar. Unsere Blogbeiträge fokussieren sich auf den E-Commerce, daher enthält dieser auch keien Informationen zur physischen Kennzeichnung. Das Etikett muss allerdings gemäß Art. 14 Abs. 1 Satz 2 TextilkennzVO dauerhaft und fest angebracht sein. Nach der Literatur genügt hier auch die Etikettierung über ein Anhängeetikett oder auf dem Preisetikett. Beste Grüße, Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 21.10.2019 17:54

Hallo, Ihr Erläuterungen haben mir sehr geholfen. Ich hätte noch eine Frage. Ich plane einen Onlineshop mit Kinderkleidung, die aus Secondhand Kleidung hergestellt werden. Dafür kombiniere ich verschiedene Altkleider zu neuer Kinderkleidung. Teilweise fehlt in der Kleidung die Textilkennzeichnung, da sie bereits entfernt wurde. Besteht trotzdem Textilkennzeichnungspflicht und wie kann ich dem nachkommen?

Von AGiese | 30.10.2019 14:42

Hallo AGiese, vielen Dank für Ihren Kommentar. Die TextilkennzVO kennt eine Ausnahme für „gebrauchte, konfektionierte Textilerzeugnisse, sofern sie ausdrücklich als solches bezeichnet sind“ (Art. 17 Abs. 2 i.V.m. Angang V Nr. 13). Hierunter fallen klassischerweise Second Hand-Geschäfte. Allerdings ist nur konfektionierte, d.h. alle in Serie herstellten Kleidungstücke umfasst. Wird aus gebrauchter Kleidung daher neue Kleidung hergestellt, kann daher wohl nicht auf diese Ausnahme zurückgegriffen werden. Weiter besteht aber auch dann keine Textilkennzeichnungspflicht, wenn es sich um maßgeschneiderte Textilerzeugnisse handelt, die von selbstständigen Schneidern hergestellt wurden (Art. 2 Abs. 4). Ob diese Ausnahme aber für Ihr Geschäftsmodell einschlägig ist, bedarf einer detaillierteren Analyse, die im Rahmen dieses Blogs nicht geleistet werden kann. Beste Grüße, Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 31.10.2019 11:43

Wo finde ich was zu Technischen Textilien ?
DIe zu 80 % aus Polyamid sind. Was und wie muss da gekennzeichnet werden ?
Danke

Von Katharina Keppler | 12.11.2019 11:48

Hallo Frau Keppler, die Textilkennzeichnungsverordnung gilt grundsätzlich für Textilerzeugnisse. Als Textilerzeugnisse im Sinne der Verordnung werden unter anderem solche Erzeugnisse behandelt, die einen Gewichtsanteil von mindestens 80 % an Textilfasern haben. Polyamid ist eine Textilfaser im Sinne der Verordnung. Grundsätzlich sind die Vorschriften der Textilkennzeichnungsverordnung also anwendbar. Ob eine Ausnahme vorliegt oder besondere Vorschriften gelten müsste im Einzelfall geprüft werden und kann in diesem Rahmen nicht abschließend pauschal beurteilt werden. Beste Grüße, Frieder Schelle

Von Frieder Schelle | 15.11.2019 15:40

Hallo,

Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie mir helfen könnten, da ich überall unterschiedliches lese und nicht weiter weiß.

Fallen Schnürsenkel die zu 65 Prozent aus Latex (Kautschuk) und 35 Prozent Polyester bestehen unter das TextilkVO? Wie müsste ich es dann in dem Falle kennzeichnen. Wenn es nicht in die TextilkVO rein fällt muss ich es dann trotzdem kennzeichnen?

Von Nelli | 15.11.2019 16:41

Hallo Nelli, vielen Dank für Ihre Frage. Für Schnürsenkel gilt eine besondere Vorschrift, daher kommen vermutlich die widersprüchlichen Aussagen. Schnürsenkel düfen nach Art. 17 Abs. 3 TextilkennzeichnungsVO grundsätzlich mit einer sogenannten globalen Kennzeichnung versehen werden (den Katalgo der Produkte, die global gekennzeichnet werden dürfen finden Sie in Anhang VI der TextilkennzeichnungsVO). Bedeutet: Wenn Sie verschiedene Schnürsenkel verkaufen, die aber alle dieselbe Faserzusammensetzung haben, genügt es, diese Schnürsenkel ein mal global zu kennzeichnen. WIchtig ist hierbei, dass die globale Kennzeichnung den Produkten zugeordnet werden kann und der Verbraucher tranpsarent informiert wird. Die Ausnahme ist damit eher für Ladengeschäfte interessant. Wie eine gobale Kennzeichnung im Onlineshop konkret aussehen könnte, kann in diesem Rahmen nicht dargestellt werden. Ich hoffe, diese Hinweise helfen Ihnen. BEste Grüße, Frieder Schelle

Von Frieder Schelle | 18.11.2019 10:28

Hallo Frau Pilous,
ein Produkt welches zu 72% aus Textifasern besteht und 28% aus Folie. Entfällt somit die EU VO für Textilerzeugnisse auf dieses Produkt? Kann somit sogar auf die eine "globale Etikettierung" verzichtet werden?
Vielen Dank

L. Malzanini

Von Lukas Malzanini | 17.12.2019 18:54

Guten Tag Herr Malzanini, die Textilkennzeichenverordnung gilt für Erzeugnisse mit Textilfasern, die einen Gewichtsanteil von mindestens 80% aufweisen. Wenn die Textilfasern Ihres Produktes nur einen Gewichtsanteil von 72% ausmachen,so gilt die Textilkennzeichnungsverordnung nicht. Auch der Anhang VI der Verordnung, der die globale Etikettierung regelt, findet dann keine Anwendung. Beste Grüße, Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 20.12.2019 09:53

Guten Morgen,
Vielen Dank für diesen sehr hilfreichen Beitrag. Ich habe eine Frage bezüglich Der Kennzeichnung von Gummibändern in handgemachter Kleidung. Wenn ich eine Kinderhose Nähe, in deren Bund einen Gummiband eingearbeitet ist, muss ich das kennzeichnen und wenn ja, wie?
Vielen Dank

Von Simone M. | 14.01.2020 10:24

Hallo Simone, maßgeschneiderte Textilerzeugnisse, die von selbstständigen Schneidern hersgestellt worden sind, sind nach Art. 2 Abs. 2 s) TextilKennzVO vom Geltungsbereich der Verordnung ausgenommen. Beste Grüße, Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 14.01.2020 18:37

Hallo,
wie ist die genaue Defination betreffend Produktsicherheitsgesetz in Bezug auf Textilien und Schadstoffe? Zählt z.b. ein Fellbommel auf einer Mütze zur Textilie? Der Fellbommel wird ja nicht dauernd auf der Haut getragen...also eigentlich gar nicht. Sind daher etwaige Schadestoffe im Fellbommel für die Produktsicherheit relevant?

Von christian schwarz | 15.01.2020 00:01

Hallo Herr Schwarz, vielen Dank für Ihre Frage. Im Rahmen der Textilkennzeichnungsverordnung wird nicht zwischen dem Bommel einer Mütze und dem Rest der Mütze unterschieden. Auch ob ein Stoff ständig auf der Haut getragen wird ist dort nicht entscheidend, sondern nur, ob es sich bei der Mütze um ein Textilerzeugnis nach Art. 3 Abs. 1 a) handelt oder die Mütze nach den unter Artikel 2 Abs. 2. aufgeführten Regeln behandelt wird wie ein Textilerzeugnis. Kurz: Die Kennzeichnungspflichten nach der Textilkennzeichnungsverordnung gelten für die Mütze und den Bommel. Textilien, die am Körper getragen werden, unterliegen unter anderem dem Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) und der Bedarfsgegenständeverordnung (BedGgstV). Es handelt sich bei einer Mütze um einen Gegenstand, der dazu bestimmt ist, nicht nur vorübergehend mit dem menschlichen Körper in Berührung zu kommen und daher um einen Bedarfsgegenstand. Da auch Produkte wie z.B. ein Geldbeutel ein solcher Bedarfsgegenstand i.S.d. BedGgstV sind, erscheint naheliegend, dass auch der Bommel einer Mütze unter diese Regelungen fällt, sodass die einschlägigen Regelungen zu beachten sind. Viele Grüße, Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 15.01.2020 10:25

Wie ist das mit den "Made in ..." Kennzeichnungen. Diese Kennzeichnung sieht man ja sehr oft - Auf dieses Thema gehen Sie aber gar nicht ein.

Ist die Angabe des Produktionslandes nicht erforderlich ? Und wieso geben die grossen Marken dies dann an?

Vielen vielen Dank!

Von Piet Fischer | 18.01.2020 11:13

Hallo Herr Fischer, Innerhalb Deutschlands und der Europäischen Union besteht kein Zwang das Herstellungsland anzugeben. Außereuropäische Länder schreiben eine solche Warenmarkierung zum Teil vor. Daher ist die Angabe „Made in …“ häufig auf Produkten zu finden, die international vertrieben werden - und scheint sich auch hierulande als "best practice" etabliert zu haben. Viele Grüße, Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 27.01.2020 10:11

Klasse Artikel!

Wie verhält es sich bei einem Artikel, wie beispielsweise einem Wärmekissen aus Körnern, wo der Gewichtisanteil des Textil unter 80% ist? Wie verhält es sich wenn ich einen Oekotex Standard oder GOTS Bio Baumwolle verwende. Kann oder muss ich das dann nennen? Muss der Inverkehrbringer nicht auch zwingend genannt werden, mit Adresse etc? Und wie verhält es sich mit Anweisungen zum Gebrauch eines solchen Kissens? Also darf ich es waschen, bei wie viel Grad darf es zur Erhitzung in die Mikrowelle usw...

Vielen Dank schon mal!

Von Jürgen Schmidt | 08.02.2020 13:13

Hallo, ich stricke und häkel sehr viel - auch Schals, Haarbänder, Osterschmuck und so weiter.
Ich kaufe dazu oft Wollreste und weiß dann nicht, welche Inhaltstsoffe da drin sind, nur was der Verkäufer so angegeben hat, wenn er es überhaupt macht. Oftmals sind auch Spulen dabei.
Da ich gewerblich verkaufe hier meine Frage.
Wie mache ich das mit der Angabe der Inhaltsstoffe? ich möchte nicht abmahnfähig sein.
Danke für Ihre Hilfe.

Von Petra | 11.02.2020 10:40

Hallo Petra, vielen Dank für Ihre Frage und das damit zum Ausdruck gebrachte Interesse an unserem Rechtstipp. Welche Textilerzeugnisse tatsächlich kennzeichnungspflichtig sind und wie die Kennzeichnung im Einzelfall erfolgen muss, bedarf jeweils einer vertieften Prüfung. Diese Prüfung kann im Rahmen eines Blogbeitrages leider nicht erfolgen. Gleichwohl ist eine Etikettierung bzw. Kennzeichnung nicht für jedes Textilerzeugnis vorgeschrieben. Die Textilkennzeichnungsverordnung ist nach Art. 2 Abs. 4 zunächst nicht für maßgeschneiderte Textilerzeugnisse anwendbar, die von selbstständigen Schneiderinnen und Schneidern hergestellt werden. Erfasst werden Fälle, in denen der Verbraucher Ihnen einen individuellen Auftrag für ein maßgeschneidertes Textilerzeugnis erteilt. In diesem Fall sprechen Sie mit dem Kunden über das Produkt und die jeweilige Zusammensetzung des Produkts und eine Kennzeichnung wäre nicht erforderlich. Außerdem enthält Anhang V der Textilkennzeichnungsverordnung einen Ausnahmekatalog für einige Textilerzeugnisse. Fällt das Produkt in diesen Ausnahmekatalog, ist eine Etikettierung oder Kennzeichnung nicht vorgeschrieben. Dazu gehören neben den im obigen Artikel bezeichneten Ausnahmen beispielsweise auch Schuhputzbeutel, Buchhüllen und Reiseartikel aus Spinnstoffen sowie Textilwaren für Tiere. Viele Grüße Madeleine Winter

Von Madeleine Winter | 13.02.2020 17:31

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