Versand- und Zusatzkosten - Teil 4 der Serie "Häufige Fehler"

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Nach der Prüfung von 18.000 Online-Shops fallen uns bei Trusted Shops häufig typische rechtliche Fehler auf, die in der Vergangenheit bereits Gegenstand von Abmahnungen oder Gerichtsentscheidungen waren. Diese haben wir in dieser Artikelserie zusammen mit Links auf wichtige gesetzliche Bestimmungen für Sie zusammengestellt. Heute Teil 4: Preistransparenz, Versandkosten und Zusatzkosten. Im nächsten Teil geht es dann um die Themen Lieferinformationen und Verfügbarkeit.

Online-Shopbetreiber sind mit einer Vielzahl schwer überschaubarer rechtlicher Anforderungen konfrontiert. Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen können negative Konsequenzen wie z. B. ein Bußgeld (§ 16 TMG). Wesentlich größer ist allerdings die Gefahr, für derartige Fehler durch Mitbewerber, Verbände, Verbraucher- oder Wettbewerbszentralen (§§ 8, 12 Abs. 1 UWG) abgemahnt zu werden. Durch die gewissenhafte Abarbeitung der nachfolgenden Punkte können unnötige Fehler bei Preisangaben vermieden und die Rechtssicherheit des Shops deutlich verbessert werden.

  • Bei Preisangaben muss ein Hinweis jeweils in unmittelbarer Nähe des Preises erfolgen, dass die MwSt. enthalten ist und ob Versandkosten anfallen. Fallen Versandkosten an, ist deren Höhe anzugeben, soweit diese vernünftigerweise im Voraus berechnet werden können. Wird der Hinweis: „Preis inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten <direkter Link auf Versandkostenaufstellung>" nicht gegeben, bevor der Bestellvorgang eingeleitet wird (spätestens auf Seiten mit Warenkorb-Button), kann dies abgemahnt werden.
  • Der Link auf die Versandkosten muss bspw. durch Unterstreichen ohne weiteres als solcher erkennbar und eindeutig bezeichnet sein (sog. „sprechender Link“).
  • Soweit Sie Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche anbieten, müssen ggf. auch der Preis je Mengeneinheit (Grundpreis, z. B. Preis pro Liter) neben dem Gesamtpreis angegeben werden, und zwar nicht nur auf der Produktdetailseite, sondern an jeder Stelle, an welcher der Gesamtpreis angegeben wird, damit der Grundpreis und der Gesamtpreis immer auf einen Blick wahrgenommen werden können.
  • Soweit Sie mit "durchgestrichenen Preisen" werben, muss klar sein, welche Bedeutung der durchgestrichene Preis hat (z. B. ehemaliger Preis, Preis beim Mitbewerber, UVP etc.).
  • Wenn Sie Ware in Länder liefern wollen, müssen Sie für alle Länder, die im Bestellprozess auswählbar sind, ebenfalls Versandkosten angeben.
  • Bei Zahlung per Nachnahme erhebt der Zusteller vor Ort zusätzlich zum Rechnungsbetrag das sog. "Übermittlungsentgelt" von 2,– EUR. Über diese Zusatzkosten muss der Kunde informiert werden, sowohl auf einer Infoseite vor Einleitung des Bestellprozesses als auch auf der Bestellseite.
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